Einen Vorsitzenden, der gleichzeitig als Dirigent agiert und auch noch die Soli singt, das hat sicher nicht jeder Gesangsverein. Der Liederkranz Öschingen schon – und mit Rainer Klett sogar einen, der die Gäste bei der Frühjahrsfeier mit gereimten Versen begrüßt.
Das Motto diesmal: »Herzensangelegenheiten«. Derer gab es tatsächlich viele. Den Anfang machte der Männerchor dann passend mit dem durch Rudolf Schock berühmt gewordenen Klassiker »Ach, ich hab’ in meinem Herzen da drinnen«.
Herzensangelegenheiten – dazu gehört bestimmt der Urlaub, erklärte Klett in seiner Eingangsrede. Darum ging es anschließend auf eine Italienreise. Die begann mit »Frauen und Wein« und »Bella, Bella Donna«, bot auch »Wenn in Florenz die Rosen blühen«, servierte zwischendurch einen »Italienischen Salat« und endete bei den »Capri-Fischern«, wo bekanntlich die rote Sonne auf wunderbare Weise im Meer versinkt.
116 Jahre hat der Liederkranz auf dem Buckel. Weil es im Ort gerade einen Verein mit rundem Jubiläum gibt – wie berichtet feiert der Sportverein sein hun-dertjähriges Bestehen – hatten die Sänger als Hommage für den TSV eine Reihe von Fußball-Liedern ins Programm aufgenommen.
Junges Mitglied im Chor
Unter den rund 300 Gästen in der Halle oberhalb des Öschbachs saßen vermutlich nicht zuletzt deshalb auch nicht wenige TSVler. Die genossen sichtlich Songs wie »Er steht im Tor«, »Fußball ist unser Leben« oder »Buenos Dias Argentina«, die der gemischte Chor zum Besten gab. Ein Chor übrigens, der sich mit seiner-jüngsten Sängerin, die es gerade mal auf 34 Jahre bringt, laut Rainer Klett als »30 plus« bezeichnen darf.
Aber auch auf seinen reinen Männerchor ist er stolz -der dürfte, ist Klett überzeugt, im Land mit seinem’Altersdurchschnitt von rund 60 Jahren einer der »Jüngeren« sein.
Auch um die Jugend ist der Liederkranz bemüht. Rainer Klett und seine Frau Magdalene riefen vor acht Jähren ein Projekt ins Leben, das stets in der Adventszeit rund vierzig bis fünfzig Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren der Chormusik näher bringt.
Klett, der bereits jeden Freitagabend und jeden zweiten Donnerstag für den Männerchor, respektive den gemischten Chor, Freizeit opfert, hätte gerne die Aufgabe übernommen, die Kinder ganzjährig zu unterrichten. Es sei allerdings von vielen Eltern der Wunsch gekommen, den Kinderchor zeitlich zu begrenzen, weil es mittlerweile so viele andere Angebote gebe, dass diese neben der Schule sonst kaum wahrgenommen werden könnten.

Was bei einer Frühjahrsfeier natürlich nicht fehlen darf, sind die obligatorischen Ehrungen, Rolf Müller bekam für 30 Jahre aktives Mitsingen Meriten, Rainer Klett bringt es auf immerhin 25 Jahre, genau so wie Günter Raab. Und wenn er noch zehn Jahre durchhält, wird es auch Hans Kuppler mit seinen jetzigen 15 Jahren gleichtun, (ulp)

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